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Recyclingunternehmer Mathias Hellmich im Porträt

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Recyclingunternehmer Mathias Hellmich im Porträt

Text: Claudia Schuh ; Bilder: Kevin Münkel, Felix Albertin ; Video: element K

Sonnenaufgang über dem Schrottplatz. Ein alter Autoscheinwerfer zur blauen Stunde. Ein einbeiniger Hampelmann… Der Mann, der diese Aufnahmen gemacht und auf Instagram gepostet hat, ist nicht Fotograf oder Blogger, sondern Recyclingunternehmer mit Leib und Seele.
„Recycling lebt vom Mitmachen, genau wie Nächstenliebe und Zivilcourage“, so stellt Mathias Hellmich sein Geschäftsfeld in einen größeren Zusammenhang. Fast möchte man ergänzen: auch Demokratie, Flohmärkte oder Klimaschutz leben vom Mitmachen. Denn damit wäre man genau auf seiner Wellenlänge. Für Mathias Hellmich ist Recycling ein echtes Anliegen. „Wer zu Hause aktiv über Mülltrennung nachdenkt, hat schon einiges dazu beigetragen, dass wir nachfolgenden Generationen eine möglichst unbelastete Umwelt hinterlassen können.“ Bereits mit diesen einfachen Wahrheiten holt Mathias Hellmich seine Gesprächspartner ins Boot.

Recycling: mehr als Müll

So einfach, wie es hier klingt, ist das Business von HELLMICH Recycling allerdings nicht. Das Lehrter Unternehmen erbringt die unterschiedlichsten Dienstleistungen rund um den Abfall, der immer zunächst nach Wertstoffen sortiert wird. Manche Stoffe sind direkt verwertbar, andere müssen vorbehandelt werden. „Was übrigens kaum einer weiß: immer weniger Abfälle werden verbrannt“, berichtet Mathias Hellmich. Um in diesem Feld profitabel zu arbeiten, ist viel Fachwissen erforderlich: Materialkunde, rechtliche Regelungen, Marktbedingungen – jeder Wertstoff und jeder Markt ist anders: Altholz wird geschreddert und zu Spanplatten verarbeitet. Einige Kunststoffe verarbeitet HELLMICH Recycling zu Ersatzbrennstoffen und beliefert damit Kraftwerke. Altautos werden zerlegt, um die Ersatzteile zu verkaufen und die Karossen ins Stahlwerk zu liefern.

Ein völlig anderes Know-how wiederum erfordert die Hightech-Dienstleistung der Reinigung und Qualitätskontrolle von Tonerkartuschen, die sich dadurch mehrfach verwenden lassen. Mathias Hellmich kann zu jedem dieser Wertstoffe, zu jeder Abfallart und den dazugehörigen Märkten aus dem Effeff referieren. Sowohl auf der Einkaufsseite – Gewerbeabfall, Sperrmüll aus Privathaushalten, Baustellenabfälle – als auch auf der Absatzseite – Nutzer und Weiterverarbeiter der verschiedensten Materialien, teilweise in Übersee: er kennt die Märkte und Verfahren genau.

„Meine Eltern haben ihren Betrieb 1978 gegründet, damals war ich acht Jahre alt. Ich habe also von der Pike auf alles gelernt, was man in unserem Geschäft so braucht“, berichtet Mathias Hellmich. Auf dem Firmengelände von HELLMICH Recycling in Lehrte gibt es wohl kaum einen Handgriff, den er nicht selbst ausführen kann. Und viel wichtiger: er kann das nicht nur, er tut es auch – sitzt immer mal wieder auf dem LKW, bedient die Ballenpresse oder düst mit der Kehrmaschine über den Hof. Bodenhaftung ist ihm wichtig, das ist nicht zu übersehen.

Pragmatisch, lösungsorientiert, unkompliziert

Bei so viel Bodenhaftung erledigen sich die Führungsaufgaben scheinbar mühelos. Den Respekt seiner Mitarbeiter genießt der Chef sicher auch, weil er lieber macht als machen lässt. Er packt an, wenn’s brennt. Für jedes Problem fällt ihm eine pragmatische Lösung ein. Und spätestens, wenn er begeistert erzählt, wie er an den Wochenenden alte Autos vom Kunden abholt und zu seinem Schrottplatz nach Helmstedt fährt, wird klar, dass Mathias HELLMICH in seinem Job genau richtig ist.

Daran hatte er wohl auch nie Zweifel. Gegen Ende seiner Schulzeit, noch vor dem Abitur, hat er seinen eigenen Entsorgungsfachbetrieb am Standort Lehrte gegründet. Manchmal fuhr er damals schon vor der Schule den ersten Container oder übernahm in der Pause eine Tour für einen erkrankten Kollegen. Über die Jahre kamen immer neue Geschäftsfelder hinzu, im Jahr 2014 ein Standortwechsel mit räumlicher Expansion, und inzwischen beschäftigt HELLMICH über 90 Mitarbeiter.

Das neuste Geschäftsfeld ist die Altmetallverwertung. „In diesem Bereich konnten wir unseren Kunden früher keine optimalen Angebote machen“, so Mathias Hellmich. „Deshalb war es eine tolle Chance für uns, als man uns den Schrottplatz in Helmstedt angeboten hat.“ Mit Unterstützung der Sparkasse Hannover kann das Unternehmen nun auch im Bereich Altmetall- und Autoverwertung am Markt mithalten. Von den Verkaufsverhandlungen bis hin zur Finanzierung war die Sparkasse Hannover eingebunden. „Der Kontakt mit Michael Hartmann vom FirmenkundenCenter in Lehrte war ganz nach meinem Geschmack: pragmatisch, lösungsorientiert, unkompliziert. Das ist es, was ich mir von meiner Hausbank wünsche“, freut sich der Unternehmer.

Spaß im Parkhaus

Für seine zupackende Art ist Mathias Hellmich auch daheim in Lehrte bekannt. So hat er beispielsweise den Lehrter Parkhauslauf aus der Taufe gehoben, dessen Hauptsponsor und Veranstalter er seitdem ist. Der passionierte Läufer, der das Parkhaus immer in sein Trainingsprogramm einbaute, hat einen öffentlichen Spaß-Lauf daraus gemacht. Dieser findet am 19. Mai 2019 bereits zum vierten Mal statt. „Das ist jedes Mal eine Riesengaudi“, schwärmt Mathias Hellmich. „Noch gibt es freie Startplätze – also melden Sie sich schnell an!“

HELLMICH Recycling GmbH          

Gründungsjahr 1990                                                         
Mitarbeiter über 90    
Umsatz 2018 10,5 Mio. €    
geleerte Mülltonnen 2018 33.730 Stk.    
gefahrene LKW-Kilometer 2018 1.500.000 km    
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