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KUNSTKONTAKTE

„Wie interessiert und unvoreingenommen die Kinder der Kunst gegenüber sind, obwohl sie neu für sie und teilweise sehr abstrakt ist, hat mich sehr beeindruckt.“
Linda Wybranietz

WAS KUNST BEDEUTET

Unter einem blauen Band hindurch tauchen wir ein … Wir befinden uns im Kunstverein in Hannover. Ein erhabenes Gebäude, hohe Decken, stabile Säulen und so viel Weiß an den Wänden, dass man den Platz dazwischen mit Kreativität füllen kann.

Spiegeln
Der Kurs ist dazu gedacht, den Kindern näher zu bringen, was Kunst bedeutet. Es geht nicht darum, bunte Bilder zu malen, eine Skulptur zu erschaffen oder einen Tanz zu lernen, um die Eltern zum Staunen zu bringen. Nein, die Kinder sollen im Hier und Jetzt sein. Erleben. Erfahrungen mitnehmen. Geleitet wird der Kurs von drei Künstlerinnen im Wechsel. Heute ist Anna Grunemann an der Reihe. Sie passt in keine Schublade, sie baut daraus eher eine Installation. In den 90 Minuten, die der Kurs dauert, sehen die Kinder sich zuerst die aktuellen Ausstellungsstücke an. Sie sprechen darüber, sagen, was sie sehen, fühlen, denken und interpretieren. Die Performance und Installation „From A to B via C“ von Alexandra Bachzetsis zeigt drei Personen in Anzügen, die die Muskeln abbilden, die sich gemeinsam wie ein einzelner Krake bewegen. Die Kleinen raten, was das Kunstwerk darstellt. Anna Grunemann fängt die Ideen der Kinder auf und gestaltet so intuitiv, was die Gruppe als nächstes tut. Ein Mädchen sagt: „Das sieht aus wie eine Spinne!“ „Bist du dir sicher? Mach doch einmal vor, wie eine Spinne läuft!“

Das Mädchen krabbelt schnell auf Händen und Füßen durch den Raum. „Hm. Sieht doch anders aus“, sagt sie, „irgendwie viel schneller.“ An diesem Punkt ist das Thema des heutigen Kurses gefunden: Spiegeln. Vormachen und nachahmen. Vorher noch ein kleiner Schlenker in den Bühnenraum, wo die Gruppe nicht nur erfährt, warum hier Tanzboden liegt und was das ist, sondern auch, wie er sich anfühlt und warum das Hüpfen darauf so viel mehr Spaß macht.

SEHEN, STAUNEN, ERLEBEN

Freie Gedanken
Die Kinder erleben die Kunst mit allen Sinnen. Ohne dass die Gedanken die Wahrnehmung hinterfragen. Sie stellen sich nicht die bei Erwachsenen allseitsbeliebten Fragen: „Was hat der Künstler sich dabei gedacht?“ „Was will er mir sagen?“ – Sie beobachten, nehmen an, passen genau auf. Sie sagen, was sie sehen, was sie damit für Erfahrungen verbinden. Richtig oder falsch ist hierbei nicht relevant. Diese Kategorien gibt es nicht. Es gibt „Ich sehe …“ und „Du siehst …“ und dazwischen ist alles und nichts.

Die kleinen Dinge
Die Künstlerin Anna Grunemann sagt: „Ich arbeite immer mit dem Raum. Beziehe den Raum ein, mache ihn selbst zur Kunst.“ Was das bedeutet, wird mir erst im Laufe des Tauchgangs klar. Ich bin beeindruckt davon, wie sehr die Kinder diese Aussage ganz intuitiv stützen. Sie integrieren sich auf eine Weise in den Raum, die den meisten Erwachsenen verloren gegangen ist. Durch die Förderung der Sparkasse wird dieser Schatz gewahrt und behütet. Wenn wir von klein auf lernen, uns diese Unvoreingenommenheit, die Freiheit der Gedanken und das Ausleben der Neugier zu bewahren, müssen wir als Erwachsene nicht mühsam versuchen, diese kleinen Dinge wieder zu erlernen. Als ich die Kinder auf dem Boden sitzen und liegen sehe, wie sie ihn ansehen und befühlen, frage ich mich, was genau mich davon abhält, das Gleiche zu tun. Es ist das Abwägen von Folgen, das unser Erwachsenen-Ich sofort vorschiebt, sobald wir kurz überlegen, etwas zu tun, was wir sonst nicht tun. Die Kinder streichen mit den Händen über den Boden … er ist sandig  und kühl. Hat eine harte Oberfläche, die aber trotzdem glatt ist. Ich höre das Geräusch, das entsteht, spüre die Sandkörner auf meiner Haut. Und meine Hand wird ganz warm …

 

„Es geht im Kunsttauchkurs nicht nur um Spaß, sondern um spielerisch erlangte Erkenntnis. Und diese kommt nicht von alleine – wir wollen den Kindern einen lustvollen Zugang zu neuen Erfahrungen geben und die Sinne schärfen. Nicht nur die im Kunstverein ausgestellte Kunst, auch die Welt kann auf dieser Basis reflektierter wahrgenommen werden.“
Anna Grunemann, Künstlerin

HIER ERFAHREN KINDER
WAS KUNST BEDEUTET

Hier geht's um Neugier und Entdeckungslust – ein spannender Tauchkurs ganz ohne Wasser!

Kinder können inmitten der Ausstellung hautnah erleben, was Kunst und Künstler bewegt.

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