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SPRACHKURSE

„In ein neues Land zu kommen und eine fremde Sprache zu erlernen ist sicherlich ein Abenteuer, welches Höhen und Tiefen birgt. Umso schöner, dass sich die Teilnehmer hier stets gegenseitig motivieren und unterstützen.“
Theresa Zimmer

ZUSAMMEN

Fragt man die Teilnehmer des Sprachkurses Deutsch für Anfänger in Wennigsen, was ihr Lieblingswort sei, antworten sie fast gleichzeitig: „Zusammen!“ – Das Wort „zusammen“ hört sich wohl für Nicht-Deutschsprachige lustig an. Darüber hinaus beschreibt es sehr stimmig die Situation der Menschen, mit denen ich mich heute treffe. In einer Gruppe von 14 Geflüchteten wird hier mehrere Stunden die Woche gemeinsam Deutsch gepaukt. Vor allem diese komplizierte Sache mit den bestimmten Artikeln „der, die, das“ ist oft Gesprächsthema während des Unterrichts.  

Hacer Kirli, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Wennigsen, organisiert den Sprachkurs für Flüchtlinge.

Frau Kirli, was macht diesen Sprachkurs so besonders?
H. Kirli: Asylbewerber, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind, haben in der Regel keinen Anspruch auf die Teilnahme an einem staatlich geförderten Sprach- oder Integrationskurs. Die Wartezeit bei so einem Verfahren kann aber sehr lang sein. Dadurch, dass die Sparkasse die Kosten für den Sprachkurs trägt, war es uns möglich, das Angebot zu entwickeln. Wir konnten individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen und sie persönlich fordern und fördern. Gerade auch Menschen, die sonst nicht die Chance gehabt hätten, unsere Sprache zu lernen.

FLÜCHTLINGE SIND AUS
IHREM NORMALEN LEBEN
TOTAL HERAUSGERISSEN

Worin liegt die größte Herausforderung?
H. Kirli: Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer effizient lernen. Das wird vor allem dadurch erschwert, dass die Geflüchteten, die zu uns kommen, natürlich unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen. Manche sind zum Beispiel selbst Lehrer mit Universitätsabschluss, andere müssen erst einmal das Alphabet lernen. Ein Level zu finden, auf dem alle mitkommen, ohne dass jemandem langweilig wird, ist nicht immer leicht. Bislang gelingt es uns aber ganz gut, passende Gruppen zusammenzustellen. 

Warum sind Sprachkurse wie dieser so wichtig?
H. Kirli: Zum einen wollen wir natürlich, dass die Teilnehmer sich besser im Alltag zurechtfinden. Zum anderen ist es extrem wichtig, die oft sehr langen Wartezeiten während eines Asylantrags sinnvoll zu überbrücken. Wenn man 15 bis 18 Monate nicht weiß, wie genau es weitergeht, das kann sehr zermürbend sein. Diese Menschen wurden aus ihrem normalen Leben komplett herausgerissen. Auch das darf man nicht vergessen.

Wie kann man sich eine Unterrichtseinheit vorstellen? Klassischer Frontalunterricht wie in der Schule?
H. Kirli: Natürlich gibt es Stunden, in denen unsere Dozentin an der Tafel steht und erklärt. Oft kommt es aber auch zu kleinen Gesprächsrunden. Die Teilnehmenden sind alle sehr motiviert, das erleichtert unsere Arbeit um einiges. Außerdem legen wir viel Wert darauf, ein Stück deutsche Kultur und Umgangsformen zu zeigen und zu erklären. Zum Beispiel das System einer Bücherei, davon waren die meisten ziemlich begeistert und nutzen das Angebot gerne. 

Es ist sicherlich nicht immer einfach, allen Geflüchteten gerecht zu werden. Es gibt lange Wartelisten. Wie bleiben Sie dennoch motiviert?
H. Kirli: Obwohl ich in der Verwaltung arbeite, bin ich doch sehr nah an den Menschen. Das ist eine große Bereicherung. Ich bekomme so sehr schnell Feedback. Erfolgserlebnisse lassen nie lange auf sich warten. So weiß ich immer genau, was gut läuft und wo es noch Bedarf gibt. Das bestärkt mich sehr in meiner Arbeit.

„Wir erhalten viel Unterstützung von Einrichtungen und Ehrenamtlichen, darüber freuen wir uns sehr. Dies hilft uns dabei, ein kreatives und geeignetes Angebot zu schaffen.“
Hacer Kirli, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Wennigsen

INDIVIDUELLE FÖRDERUNG
UND FORDERUNG

Deutschkurs für Flüchtlinge – auf dem Stundenplan stehen Alltagskultur und Sprache.

Die Teilnehmer sind wissbegierig und hochmotiviert.

Neu in einem fremden Land: In Gemeinschaft lernt es sich leichter.

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