Anmelden

TRAMPOLINO

„Die gute Stimmung des Trampolino-Teams war richtig ansteckend! Die kleinen Teilnehmer und die Betreuer leisten Bewundernswertes, indem sie sich gemeinsam weiterentwickeln.“
Theresa Zimmer

VON GROSSEN
UND KLEINEN
ALLTAGSHELDEN

Hauptsächlich Pendler drängeln sich aus dem Zug, der gerade am Hauptbahnhof in Hannover eingefahren ist. Anzüge, Aktentaschen, Hektik. Kein guter Treffpunkt für ein Gespräch, denke ich, als mir plötzlich eine kleine neon-pinke Wuschelfrisur ins Auge sticht. Ira Bach kommt mit einer Kollegin, vier Kindern, zwei bunten Schirmen und Proviant für ein ganzes Ferienlager auf mich zu. Sie hält die pinkfarbene Perücke nun in der Hand. Heute sei ein anstrengender und schöner Tag, erzählt sie mir, als wir uns zu einem ruhigeren Bereich des Bahnsteigs begeben. Die Kinder, trotz mehrerer Stunden Freibad immer noch energiegeladen, schwärmen vom Rutschen, von Pommes und der Zugfahrt. Einem unbeschwerten Ferientag eben.

Normalität und Sorglosigkeit sind zwei der Dinge, die das Trampolino­Team jungen Menschen bietet. Für die Kinder, die sich einmal die Woche mit Ira Bach und ihrer Kollegin Diana Borkowski treffen, ist das nicht selbstverständlich. Die Eltern der Mitglieder der Trampolino-Gruppe leiden an psychischen Beeinträchtigungen.

Dies ist keine Seltenheit: Rund 30 Prozent aller Menschen trifft mindestens einmal im Leben eine psychische Erkrankung. Für angehörige Kinder bedeutet das meist, dass sich der Alltag nach den Bedürfnissen des Elternteils richtet. Sie müssen früh Verantwortung übernehmen, obwohl sie nicht wirklich verstehen, was da eigentlich vor sich geht. Die Kinder plagen Schuldgefühle und der Druck, die familiären Umstände vor Außenstehenden verheimlichen zu müssen. Das Kindsein bleibt so auf der Strecke.   

DIE KINDER VERWANDELN SICH IN
GESCHICHTENERZÄHLER

Die Auswirkungen dieser Belastung können sich unter anderem mit einer verlangsamten Entwicklung oder Sprachstörungen bemerkbar machen. Das Risiko, dass die Kinder später selbst psychisch erkranken, liegt bei 60 Prozent.

Großes Lob! Das Trampolino-Team vom Diakonischen Werk Hannover hat einen neuen, effizienten Weg gefunden, betroffenen Kindern das zu geben, was ihnen fehlt. Nämlich erwachsene Vertrauenspersonen, Selbstbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl.

Dahinter steckt jedoch viel mehr, erklärt mir Ira Bach. Die Kinder, die zwischen sieben und zwölf Jahre alt sind, müssten oft erst einmal lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu artikulieren. Auch die Konfrontation mit Konflikten und deren Lösung steht auf der Tagesordnung der Trampolino-Gruppe. Hinzu kommt eine kindgerechte Aufklärung über „psychische Beeinträchtigungen“ – und wie man damit umgeht. Die Kinder lernen, dass es sich um eine Krankheit handelt, für die sie selbst keine Schuld tragen.

Ira Bach und Diana Borkowski verbringen außerdem viel Zeit damit, den kleinen Teilnehmern Wertschätzung und Lob entgegenzubringen, was die Kinder in ihrer Motivation bestärkt.

Großes Anerkennung ist wirklich angebracht: Die Kinder der Trampolino-Gruppe durchlaufen eine enorme Entwicklung. Sie starten mit winzigen Stresstoleranzen und beteiligen sich später aktiv in der Gruppe, verwandeln sich von verschlossenen Teilnehmern in Geschichtenerzähler. Diesen Erfolg merke auch ich im Gespräch sofort. Deshalb – und weil es noch so viel Bedarf an Sorglosigkeit, Wuschel-Perücken und Ausflügen gibt – finde ich es beispielhaft, dass die Sparkasse Hannover ein Projekt wie dieses unterstützt.

„Die Trampolino-Gruppe ist aus einem Hochschulprojekt von mir entstanden. Inzwischen hat sich das Ganze zu einer richtigen Familie entwickelt und es ist wahnsinnig toll zu sehen, wie die Kinder sich weiterentwickeln. Auch dadurch merken wir immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit ist und dass wir auf einem guten Weg sind.“
Ira Bach, Sozialarbeiterin beim Projekt Trampolino

KINDGERECHT AUFKLÄREN
ÜBER PSYCHISCHE KRANKHEITEN

Geschafft aber glücklich: die Trampolino-Kinder nach einem aufregenden Nachmittag im Freibad.

Bewusstes Erleben eigener Fähigkeiten und Stärken.

Cookie Branding
i