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WASSERWELT

„Die MHH legt sich sehr ins Zeug, damit ihre kleinen Patienten und deren Eltern sich wohlfühlen! Wunderbar, dass das nun auch gleich beim ersten Eindruck sichtbar wird!“
Linda Wybranietz

DER ERSTE EINDRUCK
ZÄHLT

Jeden Tag kommen viele Kinder und Jugendliche in der Medizinischen Hochschule Hannover in die Kinderklinik. Begleitet werden sie von Sorgen, Ängsten und Ungewissheit. Bisher wurden sie von einem tristen, unpersönlichen Raum empfangen, der 26 Jahre unverändert war und eher an eine einsame Jugendherberge der 70er-Jahre erinnert, als an den Wartebereich einer modernen Kinderklinik. Die elektrische Eisenbahn und das Wandgemälde unterstreichen diesen Look. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier die Angst in den Patienten und ihren Eltern eher wächst. Dass es jenseits der Türen in Richtung Station ganz anders aussieht, lässt sich hier nicht erahnen.  

Ein Ort zum Wohlfühlen

Die Erzieherinnen Claudia Erzfeld-Dokanikis und Annette Wiens (Leitung und stellvertretende Leitung „Spieloase“) führen mich durch die Station zu einer kleinen Küche, wo wir uns in Ruhe unterhalten können. Auf dem Weg gibt es wirklich einiges zu entdecken. Überall sehe ich Bilder, Mobiles, Wandspiele. Alles mit viel kreativer Liebe zum Detail gestaltet. Das Thema Wasser schlängelt sich wie ein roter Faden durch die Flure.

Der 2009 sanierte Innenhof ist ein moderner, schöner Spielplatz geworden. Ein Schiff steht dort, der Bodenbelag erinnert an Sand und Wasser, hölzerne Palmen vervollkommnen das Bild. Nemo lächelt mich freundlich aus einem Fenster an.

Ich werfe einen Blick in ein Behandlungszimmer, das – abgesehen von den Geräten und dem Bett – aussieht wie ein liebevoll gestaltetes Kinderzimmer. Es gibt einen Raum mit Bällebad und Kuschelecke für die kleineren und einen mit Laptops, Sitzecke und Fernseher für die größeren Patienten. Die Räume sind allerdings immer abgeschlossen. Möchte man hinein, geht das nicht ohne beim Personal darum zu bitten. Annette Wiens erzählt mir, dass dies wegen der Diebstähle notwendig sei. Ich mag nicht recht verstehen, dass man es übers Herz bringen kann ein Krankenhaus zu bestehlen.

UNZÄHLIGE MÖGLICHKEITEN 
ZUM SPIELEN UND STAUNEN

In der kleinen Küche erzählen mir Claudia Erzfeld-Dokanikis und Annette Wiens von ihrem Bemühen, die Kinderklinik zu einem Ort zu machen, an dem sich Kinder wohlfühlen können. Zur Ruhe kommen sollen sie, abgelenkt werden von den Ängsten. Die Erzieherinnen freuen sich sichtlich über positives Feedback. Spenden sind unabdingbar, um Projekte dieser Art umzusetzen. Denn medizinisch erforderlich ist es nicht, dass das Warten zum Erlebnis wird. Aber bestimmt hilft es den Kindern und auch den Eltern.

Land in Sicht!
Seit Anfang 2016 stand das Konzept zur „Wasserwelt“. „Elternvereine haben das Projekt von Anfang an unterstützt“, sagt Claudia Erzfeld-Dokanikis, „denn manche Eltern haben sich sogar über den alten Wartebereich beschwert.“ Das kann ich mir gut vorstellen, als ich erfahre, dass manche Patienten Wartezeiten von bis zu fünf Stunden in Kauf nehmen müssen. Im Sommer 2016 entsteht nun in der Kinderklinik eine neue Welt zum Entdecken. Das Highlight ist das 0,8 Kubikmeter fassende Süßwasseraquarium, das 25 Fischen ein neues Zuhause bietet. Professionell betreut und mit viel Platz zum Schwimmen, haben auch die Fische einen Ort zum Wohlfühlen. Wandspiele, die Gestaltung der Sitzmöglichkeiten, der kleine Innenhof und sogar der Bodenbelag bieten unzählige Möglichkeiten zum Spielen und Staunen.

Als ich das Kinderkrankenhaus das zweite Mal besuche, waren Boden, Wände und Decke bereits fertig. Schon jetzt wirkt der Raum sehr freundlich und hell. Ich bin dabei, als das Aquarium geliefert wird. Die Handwerker, die Angestellten des Krankenhauses und ich – wir alle lächeln, als das Aquarium platziert ist. Jeder weiß, dass dieses Projekt etwas Besonderes ist. Sein Wert geht weit über seine Kosten hinaus. Die Kosten werden allein durch Spenden gedeckt, unter anderem von der Sparkasse Hannover. Was die „Wasserwelt“ bewirken soll, ist ein Lächeln auf das Gesicht eines jeden kranken Kindes zu zaubern.

„Mein Team und ich geben jeden Tag unser Bestes, dass Patienten und Angehörige sich wohl und gut aufgehoben fühlen. Der alte Wartebereich war leider keine große Hilfe dabei. Umso mehr freue ich mich, dass die Wasserwelt uns nun dabei unterstützt, die Kinder und Eltern von ihren Sorgen und Ängsten abzulenken.“
Claudia Erzfeld-Dokanikis,
Leitung Spieloase

HIER SOLLEN KINDER SICH WOHLFÜHLEN KÖNNEN

Hell und freundlich: Der neue Wartebereich spielt mit den Elementen und vermittelt den Eindruck einer herrlichen Strandlandschaft.

Gegen Kinderängste: Spaß und Ablenkung bis der Arzt kommt.

Fisch gibt's! 25 Süßwasserexemplare tummeln sich in einem Riesenaquarium.

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